Umsetzung

Es gibt unterschiedliche kollektive Strukturen der Lebensmittelversorgung. Hier findest du einen Überblick verschiedener bewährten Modelle, welche nach Belieben kombiniert und ergänzt werden können.

Aufgabenverteilung

Je nachdem, was uns über die Lebensmittelversorgung hinaus noch wichtig ist, variiert das damit verbundene Aufgabenpensum. Eins ist aber sicher: es wird was zu tun geben!
So stellt sich die Frage, wie die Aufgaben verteilt werden. Bringt sich jede/r so ein, dass die Aufgaben von vielen Schultern getragen werden? Wollen das alle leisten, auch längerfristig? Soll ein Teil der Arbeit bezahlt werden oder durch einen anderen Ausgleich gewürdigt?

Finanzierung

Der materielle Bedarf kann je nach Konzept und Umfang des Projektes und je nach Mitmachbereitschaft sehr variieren. Es gibt viele Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Finanzierung (z.B. Genossenschaftsanteile, Crowdfunding, monatliche Beiträge eines Mitgliederkreises, öffentliche Gelder), die dem Bedarf entsprechend genutzt werden können, um die Existenz des Projektes von einer Konsum- und Wachstumslogik zu entkoppeln.

Begegnungsort

Was soll der Ort bieten, an dem wir uns mit Lebensmitteln versorgen? Wie groß, wie zentral, wie hell, wie offen, womit ausgestattet wünschen wir ihn? Welche Möglichkeiten soll er bieten über die Versorgung hinaus?

Geben und nehmen

Wenn genau festgelegt wird, was jede/r zu geben hat (z.B. fester monatlicher Beitrag), wird eine gewisse Berechenbarkeit geschaffen. Gleichzeitig verwehren wir uns damit die Möglichkeit, uns selbstbestimmt einzubringen.

Wie wäre es wenn wir unsere Ressourcen (Fertigkeiten, Kraft, Zeit, Know-how, Geld, Leidenschaften usw.) nach eigenem Ermessen in einen Topf geben und zuversichtlich sind, dass die Summe reicht? Die Vielfalt macht es möglich, das zeigt uns jedes ausgeglichene Ökosystem und unterschiedliche Gemeinschaften weltweit.

Was braucht es zur Vielfalt dazu? Unter anderem die Bereitschaft rauszufinden, was meine eigentlichen Bedürfnisse sind und von Herzen das zu geben, was stimmig ist. Wahrscheinlich ist auch ein klarer Rahmen hilfreich, der uns Orientierung gibt.

Der Rahmen könnte z.B. so aussehen:

Bei der Finanzierung:
Jedes Mitglied wählt seinen monatlichen Beitrag nach eigenem Ermessen. Dabei sind folgende Fragen zu berücksichtigen:

  • Wie viel braucht es, um die laufenden Kosten zu decken?
  • Auf wie viele Schultern ist diese Summe im Moment verteilt?
  • Wie wichtig ist mir dieses Projekt?
  • Wie viel wird mein Haushalt verbrauchen?
  • Wie ist meine finanzielle Situation?


Als Hilfestellung für diese Entscheidung bekommt jede/r einen Überblick, wie viel benötigt wird, um die laufenden Kosten zu decken.
Wenn die erreichte Summe den Bedarf deckt, ist es klasse. Wenn nicht, wird gemeinsam beraten, wie das Problem zu lösen ist. Die Erfahrung zeigt, dass es viele Lösungen gibt!

Bei der Aufgabenverteilung:
Es wird erst festgelegt, ob bzw. welche Aufgaben mit Geld entlohnt werden sollen (also auf die laufenden Kosten verlagert werden) und welche nicht.

Wenn Aufgaben auf viele Schultern verteilt werden, braucht es meistens entsprechende Kommunikation- und Koordinationsstrukturen.

Falls, trotz funktionierenden Koordination, Bereiche Brach liegen, ist es oft ein Zeichen, dass es etwas umzudenken gilt. Vielleicht können Abläufe effektiver oder angenehmer gestaltet werden? Ansprüche überprüft? Oder es werden Menschen gesucht, die mehr arbeiten würden und dafür einen Ausgleich brauchen. Oder…wer hat noch eine Idee 🙂 ?